Kurzantwort
Je mehr und je häufiger, desto größer das Risiko – völlig risikofrei ist Alkoholkonsum nicht.
Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Alkohol als toxische, psychoaktive und abhängig machende Substanz. Sie ordnet ihn als Ursache oder Mitursache von mehr als 200 Krankheiten und Gesundheitsproblemen ein.
Das bedeutet nicht, dass jeder Konsum automatisch zu jeder genannten Erkrankung führt. Individuelles Risiko hängt unter anderem von Menge, Häufigkeit, Trinkmuster, Gesundheit und Situation ab. Weniger Alkohol bedeutet im Allgemeinen weniger Risiko; in Bezug auf Krebs lässt sich keine gesundheitlich sichere Menge festlegen.
Akute Gefahren
Manche Risiken entstehen in einer einzigen Nacht.
Alkohol verändert Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit und Urteilsvermögen. Damit steigen Risiken für Unfälle, Verletzungen, Gewalt und Entscheidungen, die nüchtern anders ausgefallen wären.
Große Mengen in kurzer Zeit können zu einer Alkoholvergiftung führen. Bewusstlosigkeit, unregelmäßige oder langsame Atmung, Krampfanfälle und fehlende Reaktion sind Notfallzeichen. Dann gilt: örtlichen Notruf wählen und die Person nicht allein lassen.
- Nicht davon ausgehen, dass jemand den Rausch einfach ausschläft
- Keine bewusstlose Person allein lassen
- Bei Zweifeln lieber einmal zu früh medizinische Hilfe holen
Langfristige Risiken
Der Schaden beschränkt sich nicht auf die Leber.
Nach Angaben der WHO ist Alkoholkonsum unter anderem mit Leber- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verschiedenen Krebsarten sowie psychischen und Verhaltensstörungen verbunden. Alkohol ist als krebserregend für Menschen eingestuft.
Das Risiko wächst bei vielen Folgen mit der konsumierten Menge und über die Zeit. Entscheidend ist dabei das enthaltene Ethanol – nicht, ob es in Bier, Wein oder Spirituosen steckt und auch nicht, wie teuer ein Getränk ist.
Abhängigkeit
Die Gefahr ist nicht nur eine bestimmte Menge, sondern auch der verlorene Spielraum.
Alkohol kann abhängig machen. Warnsignale können sich darin zeigen, dass Trinken immer mehr Raum einnimmt, Kontrolle schwerer fällt, die Verfügbarkeit Unruhe auslöst oder trotz erkennbarer Folgen weitergetrunken wird. Eine Diagnose gehört jedoch in professionelle Hände.
Bei möglicher körperlicher Abhängigkeit kann abruptes Aufhören gefährlich sein. Wer Entzugssymptome kennt, regelmäßig viel trinkt oder unsicher ist, sollte vor dem Stopp ärztliche Hilfe suchen.
Meine Erfahrung
Bei mir war die größte Gefahr lange, dass alles normal genug aussah.
Arbeit, Wohnung und Geld funktionierten. Gleichzeitig zog ich mich zurück, hatte Alkohol immer verfügbar und sammelte leere Flaschen zeitweise wie Pokale. Ich konnte den Konsum öffentlich dokumentieren und trotzdem so tun, als hätte ich ihn unter Kontrolle.
Ich erzähle das nicht als Diagnosehilfe. Es ist mein Beispiel dafür, dass ein Problem nicht erst dann real wird, wenn von außen gar nichts mehr funktioniert.